Dienstag, 20. Februar 2018

Holzschalen ohne Drechseln herstellen - Mit Frässcheiben von Arbortech klappt das

Schalen gehören wohl zu den beliebtesten Deko-Objekten aus Holz. Lange Zeit wurden diese entweder gedrechselt oder mühevoll geschnitzt.
Seit einiger Zeit wirbelt aber der australische Hersteller Arbortech die Holzkunst-Szene mächtig auf. Mit deren Holzwerkzeugen lassen sich nun auch Schalen mit einem Winkelschleifer schnell und in hoher Qualität fertigen. Wie das genau funktioniert, wollen wir dir in diesem Artikel erläutern.

Vorstellung der Frässcheiben von Arbortech


Schwemmholz Schale bauen
Treibholzschale mit Arbortech gefertigt
Die Frässcheiben von Arbortech werden mit einem handelsüblichen Winkelschleifer betrieben. Prinzipiell funktioniert jeder Winkelschleifer - jedoch für die großen Scheiben, wie die Turboplane empfehlen wir einen mit mindestens 1300 Watt, wie den Bosch GWS13 CIE, denn wir auch ausführlicher getestet haben.

Da du die Schnitzscheiben auf eine Handmaschine montieren kannst, ist die Führung des Werkzeugs natürlich sehr gut und relativ einfach.

Klemmbock
Klemmbock oder Spannbock
Lediglich für die großen Turboplane von Arbortech solltest du zusätzlich in einen Spannbock investieren, um dein Werkstück sicher zu spannen. Denn die Turboplane kann sehr aggressiv sein. Die kleineren Frässcheiben, wie das MiniTurbo-Kit oder der Contour-Sander lassen sich auch ohne große Spannvorrichtungen problemlos nutzen.

Du kannst das Werkzeug für jegliche Schalenform - Dank der verschiedenen Größen der Aufsätze - nutzen. Und während beim Drechseln nur rundliche Formen möglich sind, lassen sich mit den Schnitzscheiben auch asymmetrische Holzschalen herstellen.

Deshalb benutzen wir die Frässcheiben hauptsächlich um Treibholzschalen herzustellen, da wir dort die Schalenform perfekt dem Wuchs des Holzes anpassen können. Und wie wir dabei vorgehen, zeigen wir euch Schritt für Schritt im nachfolgendem Artikel.



So fräst du deine Holzschale mit dem Winkelschleifer


Um eine Holzschale mit dem Winkelschleifer sicher zu fräsen und schleifen, benötigst du neben dem Werkzeug von Arbortech noch weitere Hilfsmittel und Schutzausrüstungen.

Benötigtes Werkzeug, Schutzausrüstung und Material


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Schritt für Schritt zur Holzschale


1. Die Grundform mit der Turboplane schnitzen


Arbortech Turboplane
Mit der Turboplane wird die Grundform der Holzschale geschnitzt
Die Arbortech Turboplane ist für das grobe Schnitzen sehr gut geeignet. Sie nimmt viel Material ab und lässt sich trotzdem noch relativ gut händeln, insofern das Werkstück gut eingespannt ist.

Ohne Einspannen lässt sich das Holz mit der Turboplane nur schwierig bearbeiten, da sie das Werkstück immer wegzieht.

Bei Arbeiten mit der Turboplane ist zudem ein Gesichtsvisier unverzichtbar, da die Späne und Splitter mit hoher Kraft aus dem Material gefräst werden. Zur Liebe deiner Gesundheit solltest du da nicht nachlässig sein. Dennoch erhaltest du eine saubere und glatte Oberfläche, ähnlich denen die du beim Schnitzen mit Stechbeitel erhalten würdest.

Wir fräsen mit der Turboplane die Standfläche der Schale und höhlen die Oberseite soweit wie möglich aus. Die große Schnitzscheibe von Arbortech eignet sich also hauptsächlich für die grobe Bearbeitung des Holzrohlings.

2. Mit der Mini-Turbo-Kit die Oberfläche verfeinern


Mit der Turboplane lässt sich zwar schon sehr exakt arbeiten, aber an den Enden und in engen Stellen der Schale hilft uns die kleine Mini-Turbo doch immens.

Die Mini-Turbo ist sozusagen der kleine Bruder der Turboplane. Du benötigst sie nicht unbedingt um eine Schale zu fertigen, aber wenn du sie mal hast, dann wirst du sie nicht mehr hergeben.

Mit der kleinen Schnitzscheibe lässt es sich noch exakter und genauer Arbeiten als mit dem großen Bruder. Ein weiterer Vorteil ist, dass diese Frässcheibe auch nicht so aggressiv ist. So kannst du auch an nicht eingespannten Werkstücken gut arbeiten.

Bei dem Mini-Turbo Kit befinden sich noch Schleifscheiben im Lieferumfang, die sich auf die Führungsspindel montieren lassen. Von diesen sind wir garnicht begeistert. Die Schleifscheiben verbrennen das Holz, brechen leicht ab und verkanten sich im Werkstück. Aber Arbortech hat ja noch einen weiteren Winkelschleiferaufsatz, den wir wiederum empfehlen können.

3. Die Schalen-Innenseite mit dem Contour-Sander schleifen


Contour Sander
Feinschleifen mit dem Arbortech Contoursander
Bei dem Contour-Sander könnte man im ersten Augenblick auch denken, für einen Schleifaufsatz mehr als 100 € ausgeben, lohnt sich das?

Wir sagen ja. Ich finde gerade Schalen lassen sich sehr schnell damit schleifen. Und vor allem ohne das Holz zu verbrennen. Das liegt an dem kugelgelagerten Schleifkopf. Dieser ist aus Gummi und passt sich sehr gut den verschiedenen Konturen an.

Ausstatten lässt sich der Schleifkopf  mit Schleifpads von Arbortech zum Kleben. Dieser Kleber haltet auch extrem gut. Vorteil dabei ist, dass der ganze Schleifkopf als Schleiffläche dient.

Wir verwenden aber meistens die zweite mögliche Befestigung, mittels einer Schraube. Das Schleifen geht damit zwar etwas langsamer - aber wir können unsere alten Schleifbänder vom Bandschleifer für den Schleifkopf passend zuschneiden und nochmals verwenden. Das spart nicht nur Geld, sondern schont auch Rohstoffe und die Umwelt.
Am Schleifergebnis selber ist absolut nichts auszusetzen. Deshalb verwenden wir den kleinen Schleifer nicht nur für Schalen, sondern auch für andere Werkstücke, die keine Ebene Flächen haben.

4. Die Außenseite mit dem Winkelschleifer schleifen


Die Außenkontur der Schale schleifen
Wenn die Innenseite schön geschliffen ist, fehlt noch die Außenseite. Dafür verwenden wir einen Stützteller für den Winkelschleifer. Aber dies funktioniert nur, wenn du eine Flex mit regelbarer Drehzahl hast, da du sonst unschöne Brandmale im Holz bekommst.

Alternativ kannst du einen Dreieckschleifer oder wiederum den Contour-Sander für die Außenseite nehmen. Nur dauert es halt dann etwas länger. Aber das Ergebnis wird genauso gut.

Auf eines wollen wir aber noch hinweisen:


Wie bei allen Schleifarbeiten ist es wichtig, dass du eine Atemschutzmaske mit P3-Filter anziehst. 

Wenn du nur alle paar Monate schleifen wirst, ist es nicht unbedingt nötig. Da tut es dann auch mal ein Halstuch. Schleifst du aber regelmäßig Holz, solltest du die paar Euro in eine Halbmaske mit wechselbaren Filtern investieren, denn der feine Holzstaub kann auf Dauer deine Lunge enorm schädigen. 

Die sehr günstigen Papiermasken schützen zwar auch etwas, aber wir waren davon nicht begeistert. Deshalb sind wir auf die Halbmasken umgestiegen und damit nun vollkommen zufrieden.

5. Die Holzschale finishen, ölen und wachsen


Zum Schluss die Holzschale finishen
Wenn du die Schale feingeschliffen hast, reinigst du sie wieder mit Spiritus und machst den Feinschliff, wie wir schon in unseren anderen DIY-Anleitungen ausgiebig erklärt haben.

Für die Oberflächenbehandlung der Schale verwenden wir Öl und unser selbst hergestelltes Bienenwachs. Dabei gilt die Regel, für alles was eine graue Treibholzoberfläche hat, verwenden wir Bienenwachs und für die geschliffenen "neu aussehenden Flächen" tragen wir ein Holzöl auf. So bekommt deine Holzschale den letzten Pfiff und wird so ein sehr dekoratives Deko-Objekt für dein Zuhause.

Wir hoffen, wir konnten dir wieder etwas zum Thema Holzwerken beibringen. Wie immer würden wir uns freuen, wenn ihr unsere Artikel kommentiert, unseren Blog abonniert oder uns auf Facebook unter Woodstoneart und Treibholzkunst Bodensee folgt.